Ich stelle dieses Video nicht auf meinem Blog um zu zeigen wie schlimm „hier“ alles war. Denn das ist totaler Mist. Ganz im Gegenteil. Mein Wunsch ist es, dass wir (Ostler & Westler) entdecken, was sich hier auch geniales, in vierzig Jahren, entwickelt hat. Welche Aspekte des „Ostens“ würden dem „Westen“ gut tun … (dazu ein eigener Post, zu späterer Zeit.)
Auf dieser Reise möchte ich die Positiven und die Negativen Seiten kennen lernen. Ich möchte mich mit beidem ausseinander setzen. Dieses Video hat mir sehr eindrücklich gezeigt, wie übel diese Mauer wirklich war. Wie hässlich, brutal und Menschenunwürdig. Da gibt es kein „rosa“, kein „lächeln“. Nein, dieses Ding war scheisse!!!
Warum mein zweiter Post gleich mal einen Klassiker aufgreift?? Da ist nicht viel Konzept dahinter. Ja, es ist das, was viele zuerst mit Ost-West verbinden (inkl. Stasi), aber mir geht es nicht um das „mahnen“ …. Neee, die Mauer war scheisse und ich habe lange Zeit überhaupt keine Ahnung gehabt was sie wirklich war. Sie ist ja schon mehr ein Volks-sufenier (darf man das so sehen??). Auf alle Fälle habe ich, lange Zeit, nicht wirklich gewusst was die Mauer wirklich bedeutet hat. Ja, Teilung, Freiheitseinschränkung … hört sich alles irgendwie niedlich an. Nach diesem video war mir auch nochmals anders klar, wie unglaublich es ist, dass Menschen über die Mauer geflohen sind. (Auch wenn so mancher nicht „über“ die Mauer ist, aber der Mut die Flucht in Angriff zu nehmen, sprachlos!!)
Krass! Weil Mödlareuth (http://de.wikipedia.org/wiki/Mödlareuth) nur 14 km von meinem Heimatort entfernt ist, hab ich als vierjähriger auch ‘n paar mal die Mauer gesehen. Mit meinen 4 Jahren hab ich halt gedacht „Alle grenzen sehen so aus, mit Zäunen & Mauern. Weil unser Garten hat ja auch einen Zaun…“ Leider hab ich an die Grenzöffnung keinerlei Erinnerungen…
Und in meiner Schulzeit – die ersten 10 Jahre nach Mauerfall – wurde das, bedeutendste Ereignis seit Kriegsende sehr leidenschaftslos abgehackt. *Kotz*
Letztes WE hab ich mich auf einer Party mit einem Typ aus Leipzig unterhalten und wir haben festgestellt das wir (unsere Generation) keine Ahnung hat was die Teilung bedeutet hat. Vielleicht ist das auch der Grund warum wir die Wiedervereinigung nicht als das Wunder empfinden das es ist!
Ja, mir geht es genau wie dir. Für mich war es nie ein Wunder sondern einfach ein „Ding“! Erst mit div. Videos und Büchern beginne ich zu verstehen, was da wirklich abging. Ich behaupte, dass ein großes Problem (bezogen auf die Schule) darin besteht, dass der Unterricht von Lehrern gemacht wurde (zumindest bei mir) die nicht von der Teilung berührt waren. Ich merke es bei mir. Bayern das angrenzende Bundesland zu Thüringen und keinerlei Verbindung. Bei Baden Württemberg war das anders. Ich denke, dass viele Lehrer selbst nicht wirklich aufgearbeitet haben und somit zwar das „Wunder“ kannten, jedoch nicht in der gleichen Tiefe berührt waren wie mit der NS Zeit.
Interessanter Weise sagen meine Thüringer Freunde, dass sie ganz stark die Ostzeit in Geschichte hatten und wenig die NS Zeit. (Ich kann das jetzt nicht „im allgemeinen“ sagen, da es sich um ein paar Stimmen handelt.) Das würde mich auch nicht wundern, da der „Osten“ ja gar keine NS-Vergangenheit hat?! (Sie waren ja die Guten, deshalb war das nicht mehr groß Thema!!)
Ich hab´ den Schulunterricht auch als etwas in Erinnerung, was nichts mit mir zu tun hat. Geschichte gelernt für die nächste „Ex“ und dannach wieder vergessen. Erst jetzt lerne ich unsere deutsche Geschichte als etwas Emotionales kennen, was unser heutiges Deutschland mit all den Menschen geprägt hat und beeinflusst. Die 60x Deutschland Staffel (http://www.60xdeutschland.de/)hat mir da sehr geholfen. Zum einen, um Wissenslücken zu schließen, zum anderen, um einen Bezug dazu zu bekommen.
Mir wird´s da manchmal richtig schlecht, wenn ich so was sehe.
Hallo Kerstin
Danke für den link, habe ebenfalls mit dem schauen begonnen. Sehr genial aufgemacht.
Als einer deiner Thüringen Freunde kann ich sagen, dass auch wir im Geschichtsunterricht das Thema DDR nicht gerade ausführlich behandelt haben – die NS-Zeit dagegen in allen Einzelheiten.
Auch ich empfand die Wiedervereinigung nie als ein Wunder, ich erlebte nur die unendliche Erleichterung meiner Eltern nach der Grenzöffnung, die mich als 6-Jährige eher verwirrte. Und die Emotionalität, mit der das Wiedersehen meines Onkels, der aus der DDR geflohen war, in meiner Familie erwartet wurde…
Aber erst seit wenigen Jahren beginne ich ganz langsam zu begreifen, was die Wiedervereinigung bedeutet hat und noch wesentlich langsamer gewinne ich ein Bild davon, was die Teilung ausgemacht hat…
Traurig!
Es ist an der Zeit zu reden und aufzuarbeiten!!
@ Rebekka
Danke für deinen Kommentar. Es ist wirklich Zeit um an unsere Geschichte ranzugehen. Habe heute im Bücherladen-Schaufenster einige sehr interessante Titel zum Thema DDR entdeckt. Unter anderem ein Buch von „Schabowski“. Es ist sehr gut zu sehen, dass einiges an Literatur in den „Schaufenster“ stehen und nicht im Geschichts-Regal. Ich hoffe das da noch einiges folgen wird … auch in unserer Stadt!!