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Posts Tagged ‘Juden’

Vor ein paar Tagen bin ich per Anhalter in den Süden Deutschlands gereist. Eine nette Frau nahm mich mit. Wir haben uns unterhalten und kamen auf ein Städchen zu sprechen. Die Dame sagte mir, dort beginnt gerade wieder eine jüdische Gemeinde zu wachsen. UND in Ulm wird eine Synagoge gebaut. Sie erzählte ein bisschen und ich sagte ihr: „Das hört sich total toll an. Für mich sind die Juden überhaupt nicht präsent. Ich kenne keinen.“

Die Dame lächelte mich an und sagte: Nun haben Sie die Erste kennengelernt. Sie erzählte mir von ihren Großeltern, welche einen evangelischen Eintrag bekommen haben und so überleben konnten. Sie erzählte mit einer solchen Leidenschaft, mit einem Feuer und einer Trauer. Ein Schmerz wurde sichtbar. Kein Hass, keine Wut. Ein Schmerz und in dem die Hoffnung. Der Schmerz lange nicht bewusst als Jude in Deutschland gelebt zu haben und in dem der Hoffnungsschimmer, dass etwas passiert. Das es „normaler“ wird Juden in der Nachbarschaft zu haben.

Ich wünsche mir mehr Juden in Meiningen / Deutschland.

Irgendwie ist auch dieser Wunsch sehr befremdlich. Eines ist sicher: Juden leben auch im 21. Jahrhundert in Meiningen UND einige Prachtbauten dieser Stadt sind von Juden errichtet worden. Ich habe mich nicht wirklich in die Thematik eingearbeitet (Juden in Deutschland) jedoch kann ich ohne Probleme zu der Aussage kommen: Ich wünsche mir mehr Juden in meiner Stadt. Bzw. ich wünsche mir überhaupt einen normalen Umgang mit Juden.

Ich spüre, dass ich den Umgang mit Juden nicht kenne. Den natürlichen Umgang. Spüren kann ich trotzdem die Angst die „der Jude“ verbreitet, irgendwie steckt da etwas „bedrohliches“ und verschwiegenes. Es scheint mir manchmal so, als wäre es vielen Menschen sehr Recht sich nicht mit den Juden befassen zu müssen.Es ist traurig was passiert ist aber ich spüre nicht den Wunsch, dass viele Juden endlich wieder in unserem Land / unserer Stadt leben. Man stellt ein Mahnmal auf.

Ich wünsche mir die Konfrontation. Die lebendige Konfrontation mit meiner Geschichte. Und ich wünsche mir in dem die Chance auf Versöhnung. Wie will man weiter gehen, wenn man keinen gesunden Umgang zu den Juden leben kann. Wie bekommt man Grenzen aus dem Kopf? Vorurteile?

In einem Gespräch vor ein paar Wochen (mit einem alten deutschen Mann) habe ich eine sehr komische Erfahrung gemacht. Der zweite Weltkrieg ist schrecklich gewesen, das was mit den Juden passiert ist auch, Hitler war schrecklich … Aber da war noch etwas. Da war dieser leichte vorwurfsvolle Unterton: „Die Juden waren damals schon ganz schlimm. Haben ausgebeutet.“ „Es ist ja nicht wirklich klar ob überhaupt so viele (6 Millionen) Juden in Deutschland gelebt haben.“ „Die anderen Länder waren auch nicht gewillt mit den Juden ….“

Nein er hatte es nicht böse gemeint. Ich hörte die Stimme Deutschland zu beginn des 19. Jahrhundert. Erst neulich habe ich eine CD über diese Zeit gehört und es ist sehr interessiert auf welchen Nährboden die Worte Hilters gefallen sind.

Ich wünsche mir mehr Kontakt und Umgang mit Juden in Meiningen und Deutschland.

Wer interesse hat. Hier der link über Juden in Meiningen.

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Habe gerade mit Freunden über Israel gesprochen und indem Zuge kam die Thematik/Frage auf, ob jüdische Friedhöfe, wie in Meiningen, getrennt sind?! Während dem Research habe ich ein Interessantes Textchen über (Juden in) Meiningen gelesen!

„Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

In Dreißigacker bestand eine jüdische Gemeinde im 18./19. Jahrhundert. In der Mitte des 17. Jahrhundert dürften die ersten jüdischen Familien zugezogen sein (ältester Grabstein auf dem Friedhof von 1665). 1716 werden jüdische Handelsleute aus Dreißigacker auf der Leipziger Messe genannt. Im 1735 wird von einem jüdischen Schulmeister Mattäi Levi berichtet, der zugleich Vorbeter und Schächter war und die Kinder der jüdischen Familien unterrichtete. Eine besondere Rolle spielten in der Geschichte der Gemeinde die Handelsleute der Familie Strupp. Diese konnte 1715 in Meiningen das Handelsunternehmen I.M. Strupp begründen. Der Getreidehandel war Schwerpunkt dieses Unternehmens; die Familie wohnte weiterhin in Dreißigacker lebte, der in Meiningen der Zuzug erst Mitte des 19. Jahrhunderts möglich war.
Auch eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Meininger und Thüringer Wirtschaftslebens um 1900 entstammte der Familie Strupp: Bankier Dr. Gustav Strupp, geb. 1851 in Dreißigacker (Grab siehe im Meininger Friedhof), Mitglied im Landtag 1903-1918.
Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts zogen viele der jüdischen Familien aus Dreißigacker nach Meiningen. 1867 wurde die jüdische Gemeinde in Dreißigacker mit der im Jahre zuvor gegründeten Gemeinde in Meiningen zu einer Gemeinde verbunden.“

Quelle: http://www.alemannia-judaica.de/dreissigacker_friedhof.htm

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