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Posts Tagged ‘Multikulti’

Vom 25. September bis zum 3. Oktober findet eine Kulturwoche in Meiningen statt. Das freut mich. Ich habe auf der Website einen Satz gelesen der mich beschäftigt hat:

„Die Kultur- und Theaterstadt bekennt sich zur Toleranz, in Meiningen gibt es keinen Platz für extremistisches Gedankengut.“

Ja ich kann diesen Satz verstehen. Nein ich kann diesen Satz verstehen. Geht es mir überhaupt um’s Verstehen? Geht es mir nicht um viel mehr?  Zunächst einmal steht dort eine Behauptung: „In Meiningen gibt es keinen Platz für extremistisches Gedankengut.“

Man spricht sich gegen Intoleranz (bzw. für Toleranz) aus und irgendwie klingt das auch ganz toll. Ich würde aber gerne die Emotion spüren. Um was geht es „uns“ wenn wir diesen Satz sagen?

Zunächst einmal, Entschuldiung Meiningen, ist der Satz schlichtweg falsch. Wenn ich mir den MarktPLATZ ansehe dann ist dort real Raum für extremistisches Gedankengut. Noch viel mehr das „Gedankengut“ schlummert auf den Bänken, isst mal ne Bratwurst, trinkt nen Kaffee (oder auch Chai-Latte) und nimmt das „Herzstück“ Meiningens ein. Was will ich damit sagen: Es gibt Platz für solches Gedankengut, vielmehr als das prägt es sogar unser Stadtbild und hierbei spreche ich noch nicht einmal über die Gesinnung der (mancher) Bürger. (Anmerkung: Da der Marktplatz nicht wirklich positiv „geprägt“ wird, ensteht Raum. Dieser wird genutzt und versprüht eine widerliche Atmo.)

Ich möchte den Satz deshalb als positive Proklamation deuten. In der Hoffnung, dass die Verfasser sich der Misslage bewusst sind. Vielleicht ist diese Überbetonung jedoch auch nur ein Symptom dieser Stadt: „Wir sagen einfach das es so ist und niemand meckert/merkt etwas.“

Eigentlich waren die ganzen oberen Zeilen nur das Vorspiel. Die Frage die sich mir gestellt hat ist: „Wovor haben wir Angst?“ (Anmerkung: Bezieht sich „extremestisches Gedankengut“ eigentlich nur auf rechtsradikale oder schließt es auch die „linken/punks“ mit ein?! Linke Extreme „fühlen“ sich irgendwie weniger schlimm an, oder?!)

Ich glaube wir haben sehr Angst vor einem schlechten Image/Ruf. Interessanterweise höre und lese ich nämlich (und hier wären wir bei meinem Kerngedanken) nie den Satz:

„Wir wünschen uns viel mehr „Ausländer“ in unserer Stadt. Es wäre toll wenn Menschen aus anderen Kulturen mit kreativen Fähigkeiten unsere Stadt bereichern würden.“

Wieso betonen wir ständig (ob mit Rock oder sonste was) das wir „Gegen rechts sind“. Jaaa, das ist ja schön. Aber mir wäre viel lieber, wenn diese Stadt bunter werden würde. Warum kämpfen wir „Gegen“ und nicht „Für“? Hierbei geht es mir weniger um den Mangel an Fachkräften als den Wunsch auf der Straße in Meiningen eine Vielfalt zu genießen. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt Meiningen andere Formulierungen benutzt: z.B. (ich bin nicht gut im formulieren, sorry.) – Wir wünschen eine multikulturelle Stadt zu werden, – Wir möchten einen positiven Lebensraum für Jeden bieten, – Wir wünschen uns eine kulturelle Vielfalt und „wahre“ Integration.

Ich glaube viele Menschen (auch Meininger) fürchten sich vor „Ausländern“ Und ich glaube auch, dass sich Meiningen davor fürchtet. Jedoch nicht nur vor den Menschen sondern auch vor neuen (fremden) Einflüssen/Ideen/Träumen/Konzepten …

Bei „Rock gegen Rechts“ haben wir nicht wirklich viele internationale Speisen bieten können (ja ich weiß es hätten mehr sein sollen), ausser der indischen, obligatorischen, Pilzpfanne versteht sich!! Fehlt es uns nur an Vernetzung oder an mangelnder Integrationsbereitschaft?

Nachtrag:

Wenn ich dann den Satz lese:

„Im 20. Jahr der Wiedervereinigung zeigt Meiningen mit der ganzen Vielfalt seines kulturellen Lebens seine Weltoffenheit.“  lässt mich das freudig stimmen. Wenn ich dann das Programm lese bin ich ernüchtert. Gespannt bin ich auf alle Fälle auf die internationalen Köstlichkeiten: griechisch, italienisch, vietnamesisch, russisch,  thailändisch, deutsch, indisch, syrisch, türkisch, französisch und jüdisch (dazu ein eigener Artikel). (UND ich hoffe das diese Köstlichkeiten nicht nur präsentiert werden wenn Mr. Matschie da ist bzw. die „offiziellen Anlässe“ rufen. Passen würde dieses Verhalten nämlich zu Meiningen.)

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